Wüstenelefanten in einem trockenen Flussbett im Nordwesten Namibias

Rücksicht ist Teil der Route

Sechs alte Geländewagen brauchen Sprit, das sagen wir offen. Alles andere halten wir so leicht wie möglich: kleine Gruppen, Camps statt Lodges, keine neuen Spuren — und ein Reisepreis, der dort bleibt, wo die Wildnis geschützt wird.

Start Naturschutz

Wie Namibia es hält

Namibia hat den Schutz der Natur 1990 in die Verfassung geschrieben, als erstes Land Afrikas. Der eigentliche Schlüssel kam 1996: Seitdem dürfen ländliche Gemeinden das Wild auf ihrem Land selbst verwalten und davon leben. Wo Wildtiere Einkommen bringen, werden sie geschützt statt gejagt — und die Bestände sind zurückgekommen.

Wildnis als Nachbarschaft

Kommunale Hegegebiete
86
Conservancies, von den Gemeinden selbst verwaltet
der Landesfläche
≈20%
liegen in Hegegebieten — mehr als in allen Nationalparks
KAZA-Schutzgebiet
520.000km²
fünf Länder, das größte grenzübergreifende der Erde
Verfassung
1990
Artikel 95: Naturschutz als Staatsziel

Hegegebiete statt Zäune

In den Conservancies stellen die Gemeinden eigene Wildhüter, zählen die Bestände und entscheiden über Tourismus und Jagdquoten. Die Einnahmen aus Campingplätzen, Lodges und Konzessionen zahlen Schulen, Wasserstellen und Gehälter. Über 200.000 Menschen leben in diesem System — und Elefanten, Löwen und Nashörner mit ihnen.

Das freie Nashorn

Im Kunene lebt die größte frei umherziehende Population von Spitzmaulnashörnern der Welt, außerhalb jedes Parks. Der Save the Rhino Trust bewacht sie seit 1982 mit Fährtenlesern aus den umliegenden Dörfern. Dass wir dort fahren dürfen, ist ein Privileg, keine Selbstverständlichkeit.

KAZA: fünf Länder, eine Wildnis

Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe haben 2011 ihre Parks entlang des Okavango und des Sambesi zu einem Schutzgebiet verbunden, mit den alten Wanderrouten der Elefanten mittendrin. Es sind genau die fünf Länder, in denen wir unterwegs sind.

Hartmann-Bergzebras in der Steinwüste des Kaokovelds
Wüstenelefanten im Schatten eines Baumes

Ehrlich zum Sprit

Was wir tun, damit die Rechnung aufgeht

Ein alter V8 braucht auf Sand und Schotter leicht 20 Liter auf 100 Kilometer. Wir rechnen das nicht schön. Wir sorgen dafür, dass jeder Liter möglichst viel Wildnis bringt und möglichst wenig Spuren hinterlässt.

auf 100 km
≈20l
ein V8 von 1989 auf der Piste — kein Geheimnis
Fahrzeuge, nie mehr
6
kleine Gruppen, voll besetzte Autos
neue Spuren
0
wir bleiben auf bestehenden Pisten
Baujahr, noch im Dienst
1989
reparieren statt neu kaufen

FünfHebel

  1. 01Kleine Gruppen, volle Autos

    Sprit pro Person, nicht pro Fahrzeug

    Wir fahren mit höchstens sechs Fahrzeugen und besetzen sie voll. Pro Person liegt der Verbrauch damit nicht höher als bei einem Mietwagen auf derselben Strecke — nur dass wir Orte erreichen, die sonst niemand sieht, und zwei, drei Nächte bleiben, statt jeden Tag weiterzuziehen.

    Zwei voll beladene Land Cruiser vor einer Bergkette
  2. 02Alt ist nachhaltig

    Reparieren statt neu kaufen

    Ein neuer Geländewagen kostet in der Herstellung Tonnen an CO₂, lange bevor er den ersten Kilometer fährt. Unsere Defender und Land Cruiser sind seit über dreißig Jahren im Einsatz. Wir halten sie am Leben, Teil für Teil — das ist die klimafreundlichste Flotte, die wir haben können.

    Ein Guide steht auf dem Dachträger eines Defenders
  3. 03Auf der Spur bleiben

    Keine neuen Spuren in der Wüste

    Auf den Schotterebenen der Namib bleibt eine Reifenspur Jahrzehnte sichtbar; Flechten, die dort wachsen, brauchen ein Jahrhundert. Deshalb fahren wir ausschließlich auf bestehenden Pisten und Flussbetten, die dafür freigegeben sind — auch wenn die Abkürzung verlockend wäre.

    Ein beladener Defender auf einer Schotterpiste
  4. 04Camp statt Lodge

    Sonne statt Generator

    Ein Camp braucht keinen Pool, keine Klimaanlage und keine Wäscherei. Kühlboxen und Licht laufen über die Solarpaneele auf den Dächern, gekocht wird auf Gas, und Wasser ist knapp genug, dass jeder lernt, damit umzugehen. Was wir mitbringen, nehmen wir wieder mit.

    Camp mit Hängematte unter großen Bäumen, daneben ein Defender
  5. 05Der Preis bleibt vor Ort

    Gebühren, die Wildnis bezahlen

    Parkgebühren finanzieren Ranger und Zäune, Campgebühren in den Hegegebieten bleiben in der Gemeinde, und wir kaufen Proviant, Holz und Diesel unterwegs statt in der Hauptstadt. Wo es geht, übernachten wir in Camps und Gästehäusern, die den Menschen vor Ort gehören.

    Ein Defender im Schatten vor einem Lodge-Eingang mit Bougainvillea

Im Camp und im Park

Unsere Regeln, seit dem ersten Tag

Nichts davon ist kompliziert. Zusammen entscheidet es darüber, ob ein Platz in zehn Jahren noch so aussieht wie heute.

So halten wir es

  • Auf bestehenden Pisten bleiben
  • Kein Müll bleibt zurück, auch kein Klopapier
  • Feuer nur an bestehenden Feuerstellen
  • Holz kaufen statt sammeln
  • Wasser sparsam, Seife nie im Fluss
  • Abstand zu Tieren, Motor aus
  • Kein Füttern, kein Anlocken
  • Drohnen nur mit Genehmigung
  • Vor dem Fotografieren fragen
  • Nachts stehen die Autos

Wildtiere haben Vorrang, immer. Wer eine Elefantenherde am Wasser trifft, wartet — und fährt nicht durch.

Was du tun kannst

Der größte Posten ist der Flug

  1. 01

    Direkt fliegen, länger bleiben

    Der Flug nach Windhoek wiegt schwerer als drei Wochen Piste. Wer kommt, sollte bleiben: Verlängere lieber die Reise, als zweimal zu fliegen.

  2. 02

    Kompensieren

    Für den Flug empfehlen wir eine Kompensation über geprüfte Projekte, etwa nach dem Gold Standard. Das macht den Flug nicht ungeschehen, aber es zählt.

  3. 03

    Leicht packen

    Jedes Kilo auf dem Dachträger kostet Sprit. Eine Packliste bekommst du von uns; eine Trinkflasche zum Nachfüllen gehört immer dazu.

  4. 04

    Vor Ort kaufen

    Handwerk vom Straßenrand, das Bier aus Windhoek, der Guide aus dem Dorf: Jeder Dollar, der in der Region bleibt, ist ein Argument für die Wildnis.

Gut zu wissen

Was Gäste uns zum Thema fragen

Fragen und Antworten

Wie viel Sprit verbraucht eine Expedition mit euren Fahrzeugen?

Ein Defender mit 3,5-Liter-V8 von 1989 braucht auf Sand und Schotter rund 20 Liter auf 100 Kilometer, ein Land Cruiser 80 etwas weniger. Auf einer zweiwöchigen Runde kommen so mehrere Hundert Liter pro Fahrzeug zusammen — geteilt durch drei bis vier Gäste. Pro Person entspricht das etwa einem Mietwagen auf derselben Strecke, nur dass wir länger an einem Ort bleiben.

Ist Camping in Namibia umweltfreundlicher als eine Lodge?

In der Regel ja. Ein Camp braucht keinen Pool, keine Klimaanlage und keine Wäscherei. Kühlboxen und Licht laufen bei uns über Solarpaneele, gekocht wird auf Gas. Campgebühren in kommunalen Hegegebieten bleiben in der Gemeinde. Was wir mitbringen, nehmen wir wieder mit — auch den Müll.

Warum fahrt ihr nicht mit neuen, sparsameren Fahrzeugen?

Weil ein neuer Geländewagen in der Herstellung mehrere Tonnen CO₂ kostet, bevor er den ersten Kilometer fährt. Unsere Defender und Land Cruiser sind seit über dreißig Jahren im Einsatz und lassen sich im Busch mit einfachen Mitteln reparieren. Sie am Leben zu halten ist die klimafreundlichste Flotte, die wir haben können.

Was sind kommunale Hegegebiete (Conservancies)?

Gebiete, in denen ländliche Gemeinden in Namibia seit 1996 das Wild auf ihrem Land selbst verwalten und davon leben dürfen. Es gibt 86 davon auf rund einem Fünftel der Landesfläche. Einnahmen aus Tourismus finanzieren Wildhüter, Schulen und Wasserstellen — und die Bestände von Elefanten, Löwen und Nashörnern haben sich erholt.

Dürft ihr in den Nationalparks abseits der Pisten fahren?

Nein, und wir wollen es auch nicht. Auf den Schotterebenen der Namib bleibt eine Reifenspur Jahrzehnte sichtbar, Flechten brauchen ein Jahrhundert zum Nachwachsen. Wir fahren ausschließlich auf bestehenden Pisten und in Flussbetten, die dafür freigegeben sind — in Parks wie in Hegegebieten.

Wie nah kommt ihr an Wildtiere heran?

So nah, wie das Tier es zulässt, ohne sein Verhalten zu ändern. Bei Sichtungen stellen wir den Motor ab, halten Abstand zu Elefanten und Nashörnern, füttern und locken nichts an und fahren nachts nicht. Trifft eine Herde am Wasser ein, warten wir. Sie hat Vorrang.

Kann ich den Flug nach Namibia kompensieren?

Ja. Der Flug ist der größte Posten deiner Reise, deutlich vor drei Wochen Piste. Wir empfehlen eine Kompensation über geprüfte Projekte, etwa nach dem Gold Standard, dazu einen Direktflug und einen längeren Aufenthalt statt zweier Reisen.

Was ist das KAZA-Schutzgebiet?

Das Kavango-Sambesi-Schutzgebiet, seit 2011 der größte grenzübergreifende Naturschutzverbund der Erde: rund 520.000 Quadratkilometer in Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe, mit den Wanderrouten der größten Elefantenpopulation Afrikas. Es sind genau die fünf Länder, in denen wir unterwegs sind.

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Eine Schotterpiste schlängelt sich durch ein weites Wüstental

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